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Willikonsky
 
Stuttgart

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Sprechtraining –
„Sprich damit ich dich sehe“ (Sokrates)

Sprechen ist weit mehr als ein bloßes Mittel zur Vermittlung von Inhalten. Neben sachlichen Informationen teilen wir unserem Zuhörer (oft unbewusst) viel über uns selbst mit: unsere Motivation, unsere Einstellung zum Thema, unser Verhältnis zum Gesprächspartner, unsere innere Haltung usw.

Eine präzise und ausgeprägte Lautformung bei intensivem Hörerbezug, plastische Artikulation genannt, unterstützt zudem die Vorstellungskraft der Zuhörer. So werden auch durch die Aussprache der Worte beim Zuhörer Bilder erzeugt. Über die deutsche Sprache wird oft gesagt, sie sei hart und unmelodiös. Das liegt daran, dass sie – besonders im Vergleich zu den romanischen Sprachen, die viele Vokale enthalten – überwiegend aus Konsonanten besteht. Wenn man sich näher mit der Artikulation beschäftigt, merkt man jedoch, dass das Wort „Härte“, durch ein anderes, positiveres ausgetauscht werden muss: Präzision. Es ist es die Liebe zum Detail, die die deutsche Hochsprache auszeichnet. Die Beschäftigung mit der plastischen Artikulation anhand des Gedichtes verdeutlicht, dass die Bezeichnungen keinesfalls beliebig gewählt wurden.

Worte wie blubbern und brutzeln oder knicken und knistern könnten nie ersetzt werden: Die deutliche Artikulation der Konsonanten macht den Inhalt des Wortes bereits hörbar. Die Häufung des Lautes /b/ bei blubbern macht die Blasen hörbar, das /tz/ in brutzeln lässt uns das Geräusch förmlich erleben. Ebenso wie das /st/ in knistern das Knistern hörbar macht. Die Folge einer guten Artikulation ist also sowohl die Verbesserung der Verständlichkeit als auch die akustische Verdeutlichung von Informationen.

 

 

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